Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, das ist das Rumänien, in dem Andra Joeckle als Hermannstädter Stadtschreiberin lebte. Sie beschwört den Geist Oskar Pastiors herauf, des wohl bekanntesten Autor Hermannstadts. Herta Müller setzt ihm mit ihrem Nobelpreisbuch ein Denkmal. Entsetzt waren viele über seine Securitate-Mitarbeit. Aber Pastiors fantastisches Sprachgenie bleibt.
Andra Joeckle erkundet das von den tüchtigen Siebenbürger Sachsen geprägteStädtchen mit seinem deutschen Bürgermeister. Ein junger Rumänienheimkehrer entdeckt ihr in der Brukenthal’schen Kunstsammlung das Facebook der Reformationszeit. Die Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung weiß von Würsten und Teppichen, die vom Himmel fallen, zu berichten. Und der avantgardistische Stadtpfarrer führt sie in seine einsturzgefährdete Kirche mit ihrem geheimen Orgelpfeifenlager.
Dachaugen scannen sie, Dachziegel glänzen und lassen sich essen. Fassaden strahlen schockierend. Die Stadtschreiberin schaut auch hinter die gesellschaftlichen Fassaden und bekommt mit, wie Ceausescu und die „Tante Secu“ auch 20 Jahre nach dem Ende der Diktatur noch gegenwärtig sind.
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