Kannten Sie Pastior, fragte Meret Meinhard. Ja, o ja, sagte Meinhard und schien ausweichen zu wollen: Pastior ist Büchnerpreisträger, also ausgezeichnet mit dem renommiertesten deutschen Literaturpreis, ist der in Deutschland bekannteste Hermannstädter Dichter, die Harte Müller setzte ihm ihrem Roman Atemschaukel ein Denkmal.
Pastior war Baby, Kind und Schulbub in Hermannstadt. Und am Gymnasiasten dann begann der Diebstahl an ihm, steuerte Meret ihr Wissen bei.
Ja, bestätigt Meinhard, Deportation in ein Zwangsarbeitslager.
Nach fünf Jahren kam er frei. Und nagelte dann Kisten, fuhr Meret fort, mixte Beton, baute am Hermannstädter Flughafen, arbeitete als Wohnbaukostenvoranschlagkalkulator und Rundfunkredakteur. Und - bekam eines Tags Besuch. Die Securitate!
Was sagte Pastior?
Du spachtelst Holme und dobrutzelst Sepiahimalaiadoppelschrot.
Meret: Wir stärken uns und dann geht’s auf rührende Busfahrt: Omnibusdreh schnaubt Umrührung.
Rohe Romantik geht auf am Horizont:
Brunnenschwengel pumpt Sonnenuntergänge.
Es sehnsuchtet.
Lass o leise es je neun tangolange Küsse feigen.
Mundwerke treten in Aktion:
Ellipsende dentale Spiele.
Da, er sesamt.
Du sesamst.
Ja, das Mehl der Liebe bindet:
Das Mehl, in dem sich Oberschenkelpaare binden, ein scheues Bruchband
Unsere Körper kommen klimaktisch zum Zug:
Er klickt ins violette Koma eines Körpers in Kaskaden
Dann sackt er mir weg in den Schlaf:
Schokoladeschlaf.
Violettes Koma, kleiner Tod, süßer Schlaf und keine Kirchturmuhr schlägt.
copyright Andra Joeckle)
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